Der Geisterbahnhof Beimoor

Der Geisterbahnhof Beimoor

Hast du schon mal vom Geisterbahnhof Beimoor gehört? Es handelt sich dabei um einen verfallenen Bahnhof, der als Endhaltestelle hinter der U-Bahn-Station Großhansdorf geplant war und nie in Betrieb genommen wurde. Auch heute, über 100 Jahre später, ist die Anlage noch so weit erhalten, dass sich ein Ausflug dorthin auf jeden Fall lohnt. Ich war kürzlich mit dem Rad dort, deshalb kannst du ganz gemütlich einen ersten Blick werfen, bevor du selbst einen Ausflug dorthin wagst. Komm einfach mit!

Der Geisterbahnhof Beimoor – so waren die Planungen ursprünglich

Backsteinmauer mit Graffiti und viel Büschen, die darüber wachsen
Der Bahnhof von der Straße aus gesehen

Im Jahr 1912 entstand die U-Bahn-Linie von Volksdorf und Ahrensburg bis nach Großhansdorf. Hier endet die U1 bis heute und das, obwohl 1914 beschlossen wurde, die Linie um eine weitere Haltestelle zu ergänzen: Beimoor. Die Stadt Hamburg plante, hier eine sogenannte „Irrenanstalt“ und eine Rüstungsfabrik zu errichten. Für die Arbeiter der Fabrik sollte ein größeres Wohngebiet entstehen, das heißt, eine U-Bahn-Station wäre also durchaus sinnvoll gewesen.

Und so begannen die Arbeiten für den Bahnhof im Jahr 1915 auch wie geplant. Es entstand ein Bahnhofsgebäude, die Gleise für ein- und ausfahrende Züge, ein 60 m langer Mittelbahnsteig und sogar das Stationsschild hing schon im neuen Bahnhof Beimoor.

Zwei Füße an einem Absatz von oben fotografiert
Zurückbleiben an der Bahnsteigkante

Das Ende der Pläne für den Bahnhof Beimoor

Doch dann kam alles anders als geplant. Mit dem Ende des 1. Weltkrieges durfte Deutschland keine Rüstungsfabriken mehr betreiben. Auch die Pläne für die Einrichtung für psychisch kranke Menschen wurden aus Kostengründen verworfen. Dadurch war auch keine Bahnstation Beimoor mehr nötig. Stattdessen wurde das Material der Gleise anderweitig gebraucht und zurückgebaut.

Im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte verfiel das Gebäude zusehends. Es gab zwar zwischendurch immer mal Pläne, doch letztlich wurde keiner davon realisiert.

Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Gebäude und Materialien werden abgetragen und anderweitig genutzt

Der Geisterbahnhof Beimoor – Ausflugsziel für Mensch und Tier

Obwohl ich den Großteil meines Lebens hier in der Ecke verbracht habe, hatte ich bis vor ein paar Jahren noch nie etwas vom Geisterbahnhof gehört und ihn demzufolge auch noch nie gesehen.  Inzwischen war ich schon zweimal dort. Einmal im Winter und einmal im Sommer. Auch wenn der Ausflug im Sommer schöner ist, ist im Winter etwas mehr von der alten Anlage zu erkennen.

Bewachsen von allem, was die Natur so hergibt, aber ganz klar ein Bahnsteig. Die Treppenstufen voller Moos, überall Gras und anderes Gestrüpp. Im Sommer kommt hier jedes Jahr ein Trupp, der die Gewächse zurechtstutzt. Ansonsten bleibt der ehemalige Bahnhof sich selbst überlassen.

Im ehemaligen Eingang des Bahnhofes wohnen übrigens heute Fledermäuse. Schilder bitten Besucher darum, die Fledermäuse nicht zu stören. Gleich hinter dem Geisterbahnhof beginnt ein Naturschutzgebiet. Statt Rüstungsarbeiter und Menschen mit psychischen Problemen erfreuen sich Tiere und Pflanzen an der Ruhe. Und ab und zu schauen mal ein paar Ausflüglerinnen vorbei.

Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf, Treppe unter Moos – Foto: Nicole Schmidt
Die Treppen vom Moos bewachsen

Wo liegt der Geisterbahnhof Beimoor genau?

Du kennst den Geisterbahnhof noch nicht? Dann plane doch auch mal einen Ausflug dorthin. Du fährst einfach den Beimoorweg in Großhansdorf Richtung Ortsausgang. Kurz vor dem Ortsschild liegt dann der Bahnhof. Er ist aber auch bei Google Maps verzeichnet und wirklich ganz einfach zu finden.

Nachdem ich mir alles gründlich angeschaut hatte, entschied ich mich, nicht über Großhansdorf zurückzufahren, sondern der Straße am Bahnhof vorbei zu folgen. Sie führt zum Beimoorwald auf der Ahrensburger Seite.

Die kleine Rundreise war im Winter ein etwas matschiges, aber auch sehr schönes Unterfangen. Im Sommer ist es einfach toll im Wald. Von hier aus bin ich durch das Gewerbegebiet wieder zurück nach Ahrensburg reingefahren

Hier noch ein paar Bilder vom Geisterbahnhof. Ein paar historische Bilder findest du übrigens beim NDR. Viel Spaß damit und bis zum nächsten Beitrag!

Eine Mauer mit Grafittis im Grünen
Hier wohnen Fledermäuse
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf, Bahnsteig – Foto: Nicole Schmidt
Der alte Bahnsteig im Winter
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Grafittis zieren die Bahnhofsruine
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Ist das Kunst oder kann das weg?
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Der ehemalige Bahnsteig im Januar 2021
Büsche und Bäume rechts und links einer Schneise
Der Bahnsteig im Sommer 2026
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Hinter dem zugemauerten Zugang zum Bahnhof leben heute Fledermäuse
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt
Geisterbahnhof Beimoor in Großhansdorf – Foto: Nicole Schmidt

Perfekt für Pinterest:

Geisterbahnhof Beimoor, Großhansdorf – Fotos: Nicole Schmidt
Geisterbahnhof Beimoor, Großhansdorf – Fotos: Nicole Schmidt
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