Die Stolpersteine in Ahrensburg

Die Stolpersteine in Ahrensburg

Die Stolpersteine in Ahrensburg machen uns immer wieder bewusst, dass auch in der beschaulichen Kleinstadt am Rande Hamburgs während des dritten Reichs, Menschen jüdischen Glaubens, fremder Herkunft oder auch Menschen mit Behinderung zu Opfern der Nationalsozialisten wurden. Der Gang des Erinnerns sorgt jedes Jahr am 9. November dafür, dass die Opfer der Nazis nicht in Vergessenheit geraten. Wenn du nicht dabei sein kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag, wo du die Stolpersteine in Ahrensburg findest.

Die Stolpersteine in Ahrensburg – In Gedenken an Magnus Lehmann

Stolperstein, Große Straße 42, Ahrensburg vor dem Gebäude, in dem das Cavé Rondeel ist – Foto: Nicole Schmidt
Der weiße Pfeil zeigt, wo der Stolperstein zum Gedenken Magnus Lehmanns liegt, hinter dem Gebäude verläuft der Lehmannstieg – Foto: Nicole Schmidt

Die Familie Lehmann war lange ein fester Bestandtteil der Ahrensburger Gesellschaft, handelte rund 100 Jahre erfolgreich mit Getreide. Nach der Machtübernahme durch die Nazis, riefen diese zum Boykott gegen jüdische Geschäftsleute auf. Die Familie blieb zunächst trotzdem noch in Ahrensburg. Nach der Reichskristallnacht am 9. November 1938 wurden die Lebensbedingungen aber immer schlimmer. Einige Familienmitglieder wanderten aus. Magnus Lehmann, geboren 1885, wurde am 4. Dezember 1941 in das Konzentrationslager Minsk deportiert und dort ermordet. Zuletzt hatte er in der Großen Straße 42 gewohnt. Deshalb liegt hier auch der Stolperstein zu seinem Gedenken, gleich danaben findet sich heute der Lehmannstieg, der nach der Familie von Magnus Lehmann benannt wurde.

Stolpersteine in Ahrensburg: Magnus Lehmann – Foto: Nicole Schmidt
Stolpersteine in Ahrensburg: Magnus Lehmann – Foto: Nicole Schmidt

In Gedenken an Anneliese Oelte

Stolperstein zu Ehren Anneliese Oeltes in Ahrensburg – Foto: Nicole Schmidt
Anneliese Oelte wurde nur 10 Jahre jung – Foto: Nicole Schmidt

Anneliese Oelte wurde nur 10 Jahre jung. Schon als Kleinkind trennte man sie von ihren Eltern und stufte das Mädchen – aufgrund seiner Behinderung – als „bildungsunfähig“ ein. Das fröhliche Mädchen war somit für die Nationalsozialisten nicht „lebenswert“. Anneliese starb in einer sogenannten Heilanstalt in Wien, zuvor war sie geschlagen, vernachlässigt und missachtet worden. Anneliese Oeltes Zuhause war in der Ernst-Ziese-Straße 2. Der Stolperstein liegt deshalb an der Ecke Ernst-Ziese-Straße / Hagener Allee.

Ernst-Ziese-Straße, Ecke Hagener Allee in Ahrensburg, Stolperstein – Foto: Nicole Schmidt
Hinter dem Zaun rechts im Vordergrund stand früher das Haus Ernst-Ziese-Straße 2, in dem Anneliese Oelte lebte

Die Stolpersteine zu Ehren der Familie Rath in der Waldstraße

Die Stolpersteine der Familie Rath in der Waldstraße in Ahrensburg – Foto: Nicole Schmidt
Die Stolpersteine der Familie Rath in der Waldstraße in Ahrensburg – Foto: Nicole Schmidt

Dr. Hugo Rath lebte mit seiner Familie in der Waldstraße 8, wo er auch als Arzt praktizierte. Seine Frau Veronika war Jüdin, deshalb wurde die Familie von den Nazis denunziert. Vor Kummer darüber nahm Veronika Rath sich 1938 das Leben. Danach hörte auch Dr. Hugo Rath auf als Arzt zu arbeiten, er flüchtete sich in die Alkoholsucht und starb 1940. Das Paar hatte zwei Kinder, Ulrich Rath (geb. 1919) flüchtete in die USA und lebte dort bis zu seinem Tod 2007, seine Schwester Dorle (geb. 1921) überlebte mit Hilfe von Freunden und wohnte bis zu ihrem Tod im Jahre 1989 in Ahrensburg.

Zur Lebensgeschichte der Familie Rath haben Schüler der benachbarten Stormarnschule viele, interessante Fakten zusammengetragen und auch mit Zeitzeugen gesprochen, das Ergebnis kannst du dir hier anschauen.

Die Stolpersteine der Familie Rath in der Waldstraße in Ahrensburg – Foto: Nicole Schmidt
Die Stolpersteine der Familie Rath in der Waldstraße in Ahrensburg – Foto: Nicole Schmidt

 

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2 thoughts on “Die Stolpersteine in Ahrensburg”

  • Hallo Nicole,
    ein sehr schöner Beitrag…vielen Dank. Vor einiger Zeit habe ich auch versucht zu Ehren meines Ur-Ur-Opas auch einen Stolperstein in die „seine Straße“ legen zu lassen. Leider gestaltete es sich sehr aufwändig und schwierig. Mein Ur-Ur-Opa war Otto-Schumann und seine Angehörigen in 5. Generation leben immer noch in „seiner“ Straße auf seinem Ursprungsgrundstück. Gerne würde ich zu Ehren meiner Mutter (die sehr an Geschichte interessiert ist und ebenfalls hier wohnt) einen Stolperstein auf unsere Auffahrt legen lassen. Hast du eine Ahnung wie ich das bewerkstelligen kann? Lieben Gruß Sandra Kuhl

    • Hallo Sandra, vielen, lieben Dank für deinen Kommentar. Ich selbst habe mich noch nicht damit beschäftigt, wie man einen Stolperstein „in Auftrag geben“ kann. Auf dieser Seite hier gibt es dazu aber eine Art Leitfaden: http://www.stolpersteine.eu/schritte/#c322
      Vielleicht hilft das ja irgendwie weiter. Halte mich gern auf dem Laufenden dazu.

      Liebe Grüße
      Nicole

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