Ein Kinoabend im Mini & Maxi oder auch Eisverkäufer reloaded

Ein Kinoabend im Mini & Maxi oder auch Eisverkäufer reloaded

Ein Kinoabend im Mini & Maxi – Wer (schon) in den 80er und 90er Jahren in Ahrensburg gelebt hat, wird sich eventuell erinnern können. Etwa dort, wo heute das Einkaufszentrum namens CCA steht, gab es damals ein Kino mit zwei Filmsälen. Der eine etwas kleiner (Mini), der andere etwas größer (Maxi). Auch ich sah hier meine ersten Filme, aber dazu bei anderer Gelegenheit mehr. Heute geht es nämlich um meinen Gast-Autoren Manfred. Er verbrachte damals viele Abende im Mini & Maxi. Seine Erinnerungen daran hat er in einer Geschichte zusammengefasst. Und die bekommt ihr heute zu lesen. Ihr Titel: Eisverkäufer reloaded!

Happy Birthday, Gastautor!

Anlass für die Veröffentlichung dieses literarischen Kleinods ist der Geburtstag von Manfred Schreiber. Nicht irgendein Geburtstag, sondern der 50.. Wer Manfred noch nicht kennt, sollte vielleicht zunächst seine Einstiegs-Geschichte mit dem Titel Kopierer, Emotionen, Kaffeeküche lesen. Manfred lebte damals über einer Kneipe mit Namen Schierhorn und ging regelmäßig ins Kaufhaus Nessler zum Kopieren seiner Werke. Klar, dass auch Ahrensburgs Kino zu seinen Lieblingsorten gehörte. Immerhin wollte Manfred damals Drehbuchautor werden. Da war es natürlich wichtig, sich cineastisch zu bilden. Wie so ein Abend im Mini & Maxi in etwa ablief, schildert Manfred in seiner zweiten Geschichte für den Ahrensburg Blog.

Eisverkäufer reloaded – Ein Kinoabend im Mini & Maxi

Kino-Tickets – Foto: Igor Ovsyannykov auf Pixabay
Kino-Tickets – Foto: Igor Ovsyannykov auf Pixabay

Eisverkäufer reloaded – von Manfred Schreiber

Kinoabend im Mini & Maxi: SZENENAPPLAUS

Wildfremde Menschen. Ein Film. Im Ahrensburger Kino erlebe ich zum ersten Mal spontan berauschtes Publikum, dank Spielbergs Die Farbe Lila – natürlich bei der Tisch-Szene, wo alles raus bricht: Arg von Jahrzehnten gebeutelt, ab sofort wieder aufblühend, kehrt Oprah Winfreys Sofia aus tiefer Dunkelheit zurück und verlangt im Kreise ihrer seltsamen Familie nach Erbsen!

Die Säle Mini & Maxi sahen und hörten Legenden. Unterhaltungswert besonderer Art bot ein, ja, Dialog zweier Zuschauer – inmitten Stallones Rocky IV-Knaller: Apollo-Creed-Beerdigungs-Szene, mucksmäuschenstill war es. Zuschauer A spottete: „… oohh, jetzt isser tot!“ Zuschauer B bölkte quer durch volles Haus zurück: „Ach, halt die Schnauze!“ Kommentare als Torpedos. Garantiertes Fremdschämen.

13 x Rambo

Insgesamt sah ich hier 13 x Rambo III – damals machte man auch Sachen. Öfter sehr zeitig dran hockte ich treu mit Popcorn im Foyer, bis mich der Kinochef einlud, um im kleinen Saal noch zu überbrücken, wenn dort die Vorstellung früher begann. So kannte ich einige Neustarts teilweise. Pünktlich, bevor Rambo III drüben im Maxi los legte, schaute einer vom Tresen leise rein und gab mir dann Zeichen. Zappen mal anders. Mit Peter MacDonalds 3. Rambo-Film war dieser Reigen, ganz persönlich betrachtet, abgeschlossen. Rambos Erste-Hilfe-Maßnahme mittels Schwarzpulver und Lagerfeuer – für mich nicht wirklich dienlich.

Bei Misery von Rob Reiner gingen mir die Lichter aus – es hatte mit übel zugerichteten Schienbeinen und einem Hammer zu tun. Zuerst konnte ich gerade noch, kreislaufgestört, meinen Sessel verlassen, prallte aber ungebremst gegen die Wand und kullerte den ganzen Weg zurück durchs Mini – zwei Klassenkameraden schliffen mich raus, was für eine Schmach.

Wolfgang Petersens Worst-Case-Movie Outbreak, dicht gedrängte Sitzreihen – schlimm mit Ebola unterwegs hustete ein Filmfreund wild um sich. Schon damals war das zum Gucken keine behagliche Sache. Von Viren eingehüllt schwebte die Kamera allen Opfern entgegen. Ich blinzelte, hielt die Luft an, wischte mir Mikrotröpfchen ab, wo gar keine waren.

Popcorn-Maschine mit historischem Flair – Foto: Pixabay / Jill Wellington
Popcorn-Maschine mit historischem Flair – Foto: Pixabay

Kinoabend im Mini & Maxi: MITTELBLOCK

Inspiriert von so mancher Mini & Maxi-Anekdote: Draussen, der frostige Winter. Und drinnen, ein Kinosaal der Provinz Stormarn, könnte auch Monaco sein – jedenfalls, späte 80er, Anfang 90er-Jahre. Ich habe es gemütlich: Mittelblock, Reihe 8, ganz außen zum Gang – so bleibt wenigstens die rechte Flanke frei. Unser Kino füllt sich. Auf der polierten Holzablage thront mein schweres Schlüsselbund, dezent ausgeleuchtet vom niedlichen Lampenschirmchen. In meine Stammecke schneit keiner mehr rein. Den voluminösen Daunenparka kann ich links bequem auf dem freien Sessel verstauen. Mal wieder ein Ticket, zwei Plätze, super!

Trailer und Werbeblöcke sind abgespult, sanft wird die Leinwand vom ausgefransten Vorhang verhüllt – klitzekleine Wandstrahler funkeln. Ältere entsinnen sich: Man hätte in heimischer Komfortzone die handgekritzelte Videokassettenliste durchstöbern können – gemütlicher Couchabend, wo keiner stört. Andererseits: Gut gepolsterte Klappsessel und eine echte Leinwand – hier im Saal haben Kinofilme ihr wahres Zuhause.

Kino-Stühle – Foto: Unsplash / kilyan-sockalingum
Leider kein Original-Bild aus dem Mini & Maxi – Foto: Unsplash / kilyan-sockalingum

HÜFTGOLD vor der Vorstellung

Bin happy: Links kann ich mich total weit ausbreiten. Urplötzlich brummt aus betagter Soundanlage Roland Kaisers „Santa Maria“-Intro, legendär – da ruckelt und rumpelt es: Mit allerlei Hüftgold-Wegbereitern an Bord scheppert der überladene Handwagen in den Kinosaal, angetrieben vom fidel aufgelegten Eisverkäufer: „… noch jemand Eis?

Animiert durch einen einzigen Vormucker zücken immer mehr scheinbar halb verdurstete Besucher ihre Geldbörsen und winken diesen Eisverkäufer zu sich. Kübel voller Zuckerplörre und Knabberzeug kommen untersVolk, der Eisverkäufer kassiert mit grenzenloser Ausdauer – das große Hamstern!

Wer weiß denn auch, wann es verflucht nochmal wieder was gibt? Warum werden am Tresen beim Kartenabholen keine Babyrasseln ausgehändigt? Es wird Zeit, im Grunde ist man ja wegen Filme gucken hier drin. Die Sache dauert an.

Unerwünschter KNIRPS

Holla, die Waldfee, mein Sitznachbar zur Linken erscheint doch noch und präsentiert eine zwischen Zähnen unangenehm aufgeweichte Eintrittskarte – mit korrekter Platznummer. Das Leben ist also doch ein Verräter. Ich blinzle hinauf: Triumphierend steht da ein ca. elfjähriger Dauergrinser. Frage mich, mit welchem Märchen nur dieser Knirps alle im Kassenbereich ausgetrickst hat – heute läuft hier bestimmt kein Kinderfilm.

Verfrüht also, mein naives Frohlocken genug Platz um mich herum zu wissen – gespielt gutmütig rolle ich den Daunenparka auf, quetsche ihn zwischen meine Beine und gebe links kostbares Terrain frei. Zwar hat der Neue nur ca. 40 Kilo – aber er balanciert einen 7,5-Liter-Spezi-Eimer, randvoll und ohne Deckel. Diesem Gerippe gebe ich bis Filmminute 15, dann braucht der Typ das Klo, und ich muss ihn durch lassen, parallel zur superschönen Schlüsselszene – so kommts’ doch immer!

Filmprojektor historisch – Foto: Foto: Noom Peerapong / unsplash
Foto: Noom Peerapong / unsplash

Klebriges unter den Sitzen …

Der vergnügt-verspätete Gast wuchtet seinen Getränkekrug auf die Ablage und fegt sportlich mein Schlüsselbund zu Boden. Instinktiv lange ich in die Tiefe und bekomme irgendwas klebriges zu fassen. Tastsinn – zweischneidiges Schwert: So entgehen mir nicht die kulinarischen Überreste der letzten drei Vorstellungen, angepappt unterm’ Sitz.

Mit Scannerblick filtert der Eisverkäufer weitere Kunden: „… möchte denn sonst noch jemand? Kauernd flehe ich bei mir, grimmig: „Niemand, niemand! Los, raus, Tür zu, Ruhe, dunkel werds! Und schmeiß’ den Projektor an! Auch der letzte ausgehungerte Kinogast wird hier mit Engelsgeduld bedient.

Mein linker Co-Pilot zieht jetzt, dem Geräusch nach, mindestens 0,5 Liter durch den Trinkstutzen rein – sein saures Aufstoßen steckt jeden ausgespuckten Babybrei in den Sack. Endlich gelingt es mir das verschollene Schlüsselbund zu angeln – rein damit in den Daunenparka. Ich würde tauschen – gegen jeden Elektroschocker. Unglaublich, dieser Eisverkäufer schiebt wirklich ab, endlich, der marode Handwagen rumpelt Richtung Ausgang, die quietschenden Miniräder gurken über Popcornbrösel drüber – jetzt nur keine Panne! Die Doppeltüre hinten ist fast erreicht.

KARAMELLKLEBER

Und schon wagt es ein Krawallbruder aus Reihe 2, den Transport zurück zu beordern! Der Spinner von da vorne, Ivan Drago nicht unähnlich, hat wohl noch keine Kartöffl-Chips. Eisverkäufer samt Gefährt also retour. Wow, Produktauswahl in Reihe 2 zieht sich wie Karamellkleber. Ich möchte rufen: „Mach schon, weg endlich mit dieser Grübel-Fratze! Greif zu, gib’ Ruhund issdas Zeug am besten erst nach dem Film!“ Traue mich das bei Ivan Drago aber nicht, pruste vor mich hin.

Der unpünktliche Strich, mein knochiger Sidekick, setzt bedenkenlos zum nächsten Schluck an: Gewaltig, was der da macht. Um uns herum wird munter Eiskonfekt, Brause und Bier verteilt – keiner hatte zuvor anscheinend mitgekriegt, dass diese Essen-auf-Rädern-Kutsche bereits um Haaresbreite raus war aus dem Saal. Ich schiele zur Uhr – es hat doch keinen Sinn.

Geduldsprobe mit Knabberkram

In Reihe 2 reißt Ivan Drago mit feist freudigem Jauchzen die Proviantladung auf: Überdimensional seine Knabbertüte, gefeiert von nervigen Kumpanen – Drago füttert sie alle durch. Mit manchem Kilogramm mehr an Muskelmasse würde ich den Hirnies aus Reihe 2 Contenance beibringen.

Bin eingekesselt: Jemand lässt aus dem Hinterhalt eine ordentliche Batterie Salzstangen über meine, ja, meine Sitzreihe wirbeln. Schon jetzt: Superabend. Umsichtig tritt der Eisverkäufer den Rückzug an, Roland Kaisers Ohrwurm-Gedudel verstummt – plötzlich sehr still und wahrlich dunkel. Wenn jetzt einer nach Zigaretten fragt…!

Kinoabend im Mini & Maxi: GLÜHWÜRMCHEN

Erstmal bleibt es still. Aber, ich traue meinen Ohren nicht – das typische Klickgeräusch einer Tupperdose, irgendwo in der Nähe. Klar, packt einfach aus, lasst Knobiknollen Flügel wachsen! Die Leute mit der Dose mampfen genüßlich los. Muss mich ablenken: Wie unschuldige Glühwürmchen schimmern winzige Lämpchen auf die Auslegeware und spenden wohlige Kinostimmung. Einen friedlicheren Ort kann es nicht geben.

Es klingt zart nach Schlagbohrer – das Gerippe, mein Spezialnachbar, furzt wie ein Fernfahrer. Unbestritten: Ich tue es auch, jedoch an kontrollierbaren Orten. Wäre ich nur zuhause geblieben bei meinem baufälligen Videorekorder. Man hat daheim die luxuriöse Option zu lüften, wann man will – hier drin eben nicht. Wieder ein Gerippe-Furz – leiser, schlimmer noch als die erste Verpuffung. Gebannt gafft der Elfjährige zur Leinwand: „Die könnten auch mal anfangen, jetzt!“, brabbelt er. „Hmmm.“, stimme ich genügsam zu.

Vorhang auf, Leinwand frei – grell durchschneidet der Projektorlichtstrahl die Finsternis, Staubpartikel tanzen im Glanz, wirbeln umher. Fanfare, Aufblende: Kamerafahrt in Bodenhöhe durch wehendes Laub. Gänsehaut. Die Filmmusik entfaltet sich – möge ihr Zauber nicht enden.

Das Kinocenter in Ahrensburg 1976 – Foto: Kreisarchiv Stormarn / Raimund Marfels
Das Kinocenter in Ahrensburg 1976 – Foto: Kreisarchiv Stormarn / Raimund Marfels

Fehlt nur noch POLKA

Inferno auf 6-Uhr-Position – der üble Soundeffekt gehört nicht zum Film: Kräcker-Mampf-Alarm! Und BAMMM – die erste aufgeblasene Fresstüte zerplatzt wie Donnerhall! Jetzt fehlt nur noch Polka. Einhundertundneunzehneinhalb Minuten können hart werden: Dümmliche Lacher an total falschen Stellen, durch Rückenpolster gebohrte Knie, Krawall-Nieser, Fingerknochen-Knacker und tuschelnde Story-Verräter.

Gierig wie Mississippi-Alligatoren fällt die komplette Reihe 2 über die Erdnussflips-Notration her – Dragos Club der toten Dichter ist in diesem Spukschloss aber nur ein Brandherd von vielen. Ein fleissiger Intervalhusten-Produzent röchelt prall voran – da haben genug Zuschauer etwas davon.

Die unvermeidliche Pinkel-Pause

Zu allem Überfluss: Mein liebster Sitznachbar hat seinen Spezi-Eimer längst runter geschnorchelt. Merklich unruhig rubbelt der Junge mit dem großen Durst auf der Sesselkante hin und her, bald schon gerät er in Schunkel-Modus. Unsere Schultern prallen aneinander. Mit verkniffenem „Kann ich dann mal?“ klettert das Gespenst an mir vorbei – wir kommen uns wahrlich nahe. Er ist fort, ich mag gar nicht auf seinen Sitz schauen. Oh – und was geschah eben im Film? Mutter aller Schlüsselszenen – und er hats’ versemmelt!

„Gib Cola rüber, ich mach Mische!“

Nacho-Splitter hinten im Kragen, mein verdrängtes Kindergarten-Trauma erwacht: Hagebutten-Juckpulver rieselte mir ordentlich den Rücken runter – Déjá-vu für alle Fälle. In der berüchtigten 2. Sitzreihe kursiert jetzt eine Bacardi-Flasche zum fröhlichen Gebrauch. Drago raunzt an seine Mitstreiter: „Gib’ Cola rüber, ich mach’ Mische – und …, Cola is teuer!“ Nun fehlen nur noch Bengalos und Tischfeuerwerk.

Wenn der Filmvorführer seinen Job hier ernst nehmen würde, dürfte man den Abspann in voller Länge sehen, gäbe es die Chance diesen feinen Soundtrack ausklingen zu hören – ich mag besser nicht darauf wetten. Wie tollwütige Grashüpfer springen die ersten Wilden aus ihren voll gesuppten Sesseln, logische Konsequenz: Massive Auflösungserscheinung. Ratsch – aus, Bild weg, Musik sowieso, Abspann abgehackt!

Klaus-Groth-Straße, Ahrensburg, 1976 und 2020 – Foto oben: Kreisarchiv Stormarn
Die Klaus-Groth-Straße 1976 und heute. Ähnlichkeiten sind rein zufällig … – Foto oben: Kreisarchiv Stormarn

Kinoabend im Mini & Maxi: Das HAPPY END

Ich stehe jetzt auf, beuge mich dem Willen dieser Herde – im Gedränge und Geschiebe planieren Drago und seine Vasallen uns alle raus ins Foyer, wie blökende Schafe. Aus dem Toilettengang winkt mir das Gespenst eifrig hinterher: „Nettes Filmchen, nä, schön’ Ahmd’ noch!“ Zum Glück fordert er nicht meine Telefonnummer. 08/15-4711 hätte ich ihm aufgeschrieben. Reflexartig winke ich dem Gespenst zurück – unheimliche Begegnung. Doch Recht hat er: Der Film war ganz gut, wobei die Action mehr interaktiv im Saal passierte.

Wahrlich, mir fehlt mein Daunenparka, hier draussen im Schneegestöber – Schlüsselbund drin, Brieftasche drin! Fröstelnd kehre ich in das Foyer zurück und steuere Richtung Einlass. „Ey, nich’ da längs – da is’ Reinigung!“, funkt mich einer vom Tresenpersonal an. Wenn ich friere, habe ich keine Lust zu reden und trotte weiter.

Dem Eisverkäufer sei Dank!

In Gedanken antworte ich: „Pass’ mal lieber auf, dass ihr keine Kinder in den FSK16er reinlasst!“ Pfeifend (ja, wirklich, es ist das „Indiana Jones“-Thema) stürmt jemand direkt aus dem Saal auf mich zu – dieser Eisverkäufer weiß bescheid als er mich sieht und überreicht meinen Original-Daunenparka: „Der hier passt, biddeschön!“ Mit leichter Beklemmung sage ich: „… war schon auf der Suche!“

Knoblauchbrot zum Abschluss

Ganz Gentleman hilft mir der Eisverkäufer in die wärmende Ummantelung, wie im Film. „Schön’ Dank, isauch fußkalt, heute!, meine ich anerkennend. Eisverkäufer strahlt voller Elan und Hilfsbereitschaft, zwinkert mir sinnierend zu – (mit Clint-Eastwood-Stimme, hauchend): „… weisst du, Junge…, ich sah die Jacke im Dreck liegen …, hob sie auf …, sprach zu ihr – bleib’ bei mir und du bleibst am Leben.“

Unten in der Klaus-Groth-Strasse: Wind, Autos, Schneematsch, Leute auf dem Nachhauseweg, Wortfetzen zum Film – fundierte Analysen sind kaum dabei, überwiegend geht es darum, ob man noch wo zum Essen einkehrt. Knobibrote – klassisch nach Kinoschmaus, auf zum Block House. Es gibt Dinge, die sich nie ändern, gut so.

Zumindest das Knoblauchbrot gibt es noch – Foto: Nicole Schmidt
Zumindest das Knoblauchbrot gibt es noch – Foto: Nicole Schmidt

THE FUTURE

Zeitreise vorwärts, das Jahr 2023, Schweben über dichtbevölkerter Bahnhofstrasse: Ein DeLorean nach dem anderen setzt butterweich zur Landung an. Neon-strahlendes Passantengewimmel, konsequenter Landregen – Ahrensburgs Kino eröffnet heute überfällig mit Blade Runner. 

Der Autor:

Manfred Schreiber (*15.02.1971) in Bremen, freier Autor und Kurzfilmer. Kam mit fünfzehn in die Stadt. Seit kurzem lebt er wieder hier und meint: „Wenn ich zurück nach Ahrensburg komme ist es immer so wie für Marty McFly in seinem Hill Valley.“ – Weitere Informationen unter manfredschreiber.com

Manfred Schreiber damals und heute – Fotos: privat (2) und Kreisarchiv Stormarn
Manfred Schreiber damals und heute – Fotos: privat (2) und Kreisarchiv Stormarn
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