Burg Arnesvelde im Wandel der Jahreszeiten

Burg Arnesvelde im Wandel der Jahreszeiten

Wer die Brücke durch das Moor zum Hagener Wald nimmt, kann sie gar nicht verfehlen: Burg Arnesvelde oder – wie ich sie seit meiner Kindheit nenne – die Raubritterburg. Wer allerdings nicht weiß, dass es sie gibt, kann sie trotzdem leicht übersehen. Klingt komisch, ist aber so. Da es keinerlei Mauern mehr gibt, sondern lediglich Erderhebungen und Schilder, muss man schon etwas genauer hinsehen. Und deshalb habe ich die Burg einfach mal fotografiert, so gut es halt geht. Im Winter und im Sommer. Kommt einfach mit.

Burg Arnesvelde – was ist das genau?

Im Jahr 1200 wurde dort, wo wir heute nur noch ein paar Erdwälle und Gräben erkennen können, die Burg Arnesvelde errichtet. Insgesamt umfasste das Gelände 2,5 Hektar. Detailliertere Infos rund um die Burg und eine Zeichnung der ehemaligen Anlage findet man u. a. bei Wikipedia oder auch auf dieser Seite. Bevor die Reste der Burg um 1594 von Peter von Rantzau im Schloss verbaut wurden, wechselte sie mehrfach den Besitzer.

Die Burg im Jahr 2019

Doch zurück ins jetzt und hier. Grundsätzlich ist der Archäologische Rundweg, der auch zur Burg führt, gut ausgeschildert. Wenn du noch nie im Forst Hagen oder gar in Ahrensburg warst, würde ich dir empfehlen, von Ahrensburg West aus, den Moorwanderweg zu nehmen und dich der Burg so zu nähern. Das erste, was du dann siehst ist dieser Aufgang auf den Hügel der ehemaligen Burg.

Burg Arnesvelde, Pfad auf den Wall – Foto: Nicole Stroschein
Burg Arnesvelde, Pfad auf den Wall – Foto: Nicole Stroschein
Der Pfad im Sommer – Foto: Nicole Stroschein
Der Pfad im Sommer – Foto: Nicole Stroschein

Offizielle Schilder und geheime Botschaften

Oben auf dem Wall angekommen, findest du einen Stein mit folgender Inschrift:

Burg Arnesvelde, Inschrift – Foto: Nicole Stroschein
Burg Arnesvelde, Inschrift – Foto: Nicole Stroschein

Und schnell wirst du auch erkennen, dass hier regelmäßig geheimnisvolle Treffen stattfinden müssen.

Bauwerk auf Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Geheimnisvoller Unterschlupf – Foto: Nicole Stroschein
Bauwerk auf Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Bauwerk auf Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein

Die Erdwälle und Gräben rund um die Burg

Archäologisches Denkmal, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Archäologisches Denkmal, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein

Der genaue Text auf dem Hinweisschild vom Landesamt für Vor- und Frühgeschichte von Schleswig-Holstein (LVF), Obere Denkmalschutzbehörde, lautet übrigens wie folgt:

Burg Arnesvelde ist eine dreiteilige Anlage auf einer Landzunge im Forst Hagen und dem Niederungsgebiet des Hopfenbaches. Sie geht wahrscheinlich auf eine altsächsische Burg zurück und erfährt in der Zeit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert zahlreiche bauliche Veränderungen.
Der Name „Arnesvelde“ wird erstmals in einer Urkunde im Jahre 1195 erwähnt: Graf Adolf III. von Holstein verschenkte das Dorf Arnesvelde an das Hamburger Domkapitel. Da 1202 der Dänenkönig Waldemar II. das Land eroberte, wurde die Schenkung nicht vollzogen. Graf Adolf IV., weitere Fürsten und die Hansestädte Hamburg und Lübeck schlugen 1227 Waldemar bei Bornhöved und setzten der dänischen Okkupation ein Ende.
1295 war die Burg Sitz eines Sohnes Heinrichs I., Grafen von Holstein und Schauenburg, „Nicolaus de Arnesvelde“. Erbansprüche führten Anfang des 14. Jahrhunderts zu Auseinandersetzungen, aus denen Graf Johann III. aus Plöner Linie als Sieger hervorging. Er nahm seinen Wohnsitz auf der steinernen Burg Arnesvelde. 1327 ging Arnesvelde durch einen Tauschvertrag in den Besitz des Reinfelder Klosters über. 1567 kaufte der dänische König die Burg und schenkte sie zwei Jahre später seinem Feldherrn Daniel von Rantzau wegen hervorragender Kriegshilfe gegen Schweden. 1594 ließ Peter von Ranzau die Burg abbrechen und an anderer Stelle Schloss Ahrensburg errichten.
Weggabellung, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Weggabellung in grün – Foto: Nicole Stroschein

Der ehemalige Burggraben ist auch heute noch gut erkennbar. Zu schade, dass es nicht mal mehr das kleinste Fitzelchen Mauerwerk gibt.

Burggraben, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Burggraben, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Burggraben, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Burggraben im Sommer – Foto: Nicole Stroschein

Impressionen rund um Burg Arnesvelde

Wären da nicht die offiziellen Schilder, die Spaziergänger aufklären, würde die Burg wohl kaum noch als solche wahrgenommen werden. Vor einiger Zeit habe ich mich allerdings mit einem ebenso charmanten wie kompetenten Ahrensburger getroffen, der das ändern möchte. Aber dazu in einem anderen Beitrag mehr. Nehmt noch ein paar Impressionen und macht euch gern selbst einmal zu einem Spaziergang in den Forst Hagen auf. Es lohnt sich auf jeden Fall und vielleicht entdeckt ihr ja auch noch ein paar geheime Zeichen. Bis dahin: Lasst es euch gut gehen.

Wegweiser Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Wegweiser – Foto: Nicole Stroschein
Geheime Botschaften, Burg Arnesvelde – Foto: Nicole Stroschein
Geheime Botschaften  – Foto: Nicole Stroschein
Burg Arnesvelde – Foto: NIcole Stroschein
Beschilderung – Foto: Nicole Stroschein
Wer ist Ute? – Foto: Nicole Stroschein
Wer ist Ute? – Foto: Nicole Stroschein
Vor-Ort-Recherche – Foto: Jan Lübke
Vor-Ort-Recherche – Foto: Jan Lübke
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